Grüß Gott
Weniger ist viel mehr
(08.07.2011) Vereinfachung und Steuergerechtigkeit
Mal ganz ehrlich: Blicken Sie bei Ihrer Steuererklärung noch durch? Selbst wer weiß, wie man`s machen muss, weiß meist nicht warum. 330 Tausend Regelungen schaffen und ernähren einen ganzen Berufsstand. Bei allem Respekt vor der Tätigkeit der Steuerkanzleien, vor allem, wenn wir die Früchte ihrer Arbeit genießen dürfen: Es kann nicht sein, dass wir froh um die Schwester sind, nur weil uns der Arzt vorher krank gemacht hat. Genau von dieser Krankheit will uns Paul Kirchhof heilen. Für seinen nun jahrelangen Einsatz für ein einfacheres; verständlicheres und vor allem auch gerechteres Steuersystem musste er sich vom letzten roten Kanzler als „der Professor aus Heidelberg“ abkanzeln lassen. Das war despektierlich, weil als Synonym für weltfremd, gedacht. Weit gefehlt Schröder, weit gefehlt alle, die jetzt wieder auf die eigene Bequemlichkeit schauen statt auf das Wohl der Bürger. Kirchhof setzt beim Verständnis an: Wer versteht, warum, in welcher Höhe und wohin sein Geld fließt, versteht auch den generellen Sinn von Steuer. Damit ist Schluss mit der Einstellung: Steuern zahlt nur der Dumme. Der wichtigste Aspekt neben der Vereinfachung ist damit die Steuergerechtigkeit. Kirchhofs Konzept verdient die Unterstützung aller. Positivste Folge: Jeder weiß endlich, was ihn trifft und wo nach oben Schluss ist. Ende auch des undurchsichtigen Subventionsdschungels.
Außer vagen Gedankenspielen „das könnte so nicht gehen“ hat man nichts Konkretes gehört. Dabei geht es mit dem Moloch Steuerrecht nicht mehr so weiter. Also kann man gar nicht gegen Kirchhofs Pläne sein – es sei denn, man hätte hieb- und stichfeste Gründe. Die hat noch niemand gehört. Weil es sie nicht gibt.




