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Gaunerstopp am Walserberg

(31.10.2011) Fahnder aus Piding sind wesentlicher Bestandteil der regionalen Sicherheit

Dutzende Beamte, Vertreter von Gericht und Staatsanwaltschaft und ein Angeordneter: Die jüngste “Vollkontrolle“ mit dem Schwerpunkt “PKW-Verschiebung“ auf der Autobahn am Walserberg fand unter großer Aufmerksamkeit verschiedenster Institutionen statt. In der von der Autobahnmeisterei mustergültig vorbereiteten Kontrollstelle überprüfte die Polizei den gesamten PKW-Verkehr auf der A8 für rund sechs Stunden. Keine Chance für Autoschieber, Banden und sonstige Kriminelle, den geschulten Augen der gut 40 Fahnder zu entkommen.Der verantwortliche Leiter der Kfz-Fahndung der Traunsteiner Schleierfahnder, Gerhard Huber, MdL Roland Richter und Polizeidirektor Dr. Walter Buggisch
 
Ohne spürbare Behinderung griff die Kontrolle der Polizeiinspektion Fahndung und angeschlossener Einheiten in den Abendverkehr am Grenzübergang Walserberg ein. Nach Abschaffung der Grenzkontrollen durch das Schengenabkommen überwachen die Beamten aus Piding unter der Leitung von Polizeidirektor Dr. Walter Buggisch den südöstlichsten deutschen Autobahnabschnitt und seinen Einzugsbereich durch die sogenannte Schleierfahndung und Schwerpunktkontrollen. Wie jetzt am Walserberg liegt die besondere Aufmerksamkeit auf gestohlenen Fahrzeugen, gefälschten Dokumenten, Drogenschmuggel und der Festsetzung gesuchter Personen. Fahrzeuge der Luxusklasse, aber auch Lieferwagen oder Transporter erfreuen sich derzeit besonderer krimineller Beliebtheit. Das Auge der Fahnder richtet sich dabei nicht nur auf inländische Autos – in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Salzburger Schengenfahndung werden auch Fahrzeuge aus dem benachbarten EU-Ausland im konkreten Fall einer genauen Kontrolle unterzogen. Speziell geschulte Beamte prüfen Papiere, Fahrzeuge und Personen, wobei sie von der ETA unterstützt werden. Die ETA ist das Kürzel für die Einsatztaktische Ausbildung bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei, einer Schuldung für angehende Beamte der nächsthöheren Laufbahnstufe. Im Rahmen einer dreiwöchigen Sonderfahndungsaktion fand auch die Kontrolle am Walserberg in Richtung Osten statt, die rasch Erfolge bei Diebesguttransport, Rauschgift aus Holland und hochwertigen Geländefahrzeugen verzeichnen konnte. Während Spezialisten die Übereinstimmung von Fahrzeugen und der mitgeführten Papiere prüfen, gleichen Kollegen die Daten am Computer ab. In sechs Stunden werden so gut 300 Fahrzeuge bis ins Detail untersucht. Feinste Mechaniker- und Elektronikkenntnisse sind unverzichtbar, die meisten Fachausdrücke und Fragen sind den Beamten in den gängigen Sprachen geläufig. Auch wer buchstäblich bis in die Hosentaschen gefilzt wurde, zeigte sich kooperativ. Wenn auch die latente Gefährdung der Kontrolleure stets gegenwärtig ist, so beeinflusst sie dennoch die professionelle Vorgehensweise in keiner Weise. Eigensicherung ist trotz Erfahrung oberstes Gebot. “Die richtige Mischung aus Ruhe, Freundlichkeit und Autorität ist die beste Versicherung, dass nichts aus dem Ruder läuft“, so Polizeidirektor und Hauptverantwortlicher Buggisch. Die eingespielte Mannschaft, darunter nicht wenige Frauen, setzt sich aus kompetenten Fahndern zusammen, die ihre langjährige Erfahrung souverän einzusetzen verstehen und so ihren jungen Kollegen die nötige Gelassenheit vermitteln. Eine Herausforderung für jeden Einsatzbeamten ist, gleichzeitig die Fahrzeugüberprüfung durchzuführen und dabei die kontrollierten Personen im Auge zu behalten. Viele der Ertappten, so Buggisch, seien keine Schwerverbrecher, sondern überwiegend Kleinkriminelle und Gelegenheitstäter. Was nichts an der Rechtswidrigkeit ihrer Handlungen ändert. Bereits in der ersten Phase konnte eine widerrechtlich eingereiste, weil bereits einmal ausgewiesene, Person aufgespürt, eine per Haftbefehl gesuchte Person festgenommen und ein ungültiger Führerschein sichergestellt werden. “Volle Konzentration über sechs Stunden ist eine Herausforderung und extrem belastend“ erklärt Buggisch. Zudem stünden die Vergehen ja nicht auf dem Kennzeichen, das Gespür der Beamten ist jede Sekunde gefragt. Die teilnehmenden Vertreter der Gerichte und Stimmkreisabgeordneter Roland Richter erlebten diese Schwerpunktkontrolle als wichtigen Einblick in die konkrete Polizeiarbeit: “Die Beanspruchung der Beamten ist enorm. Es ist unglaublich, wie sie auch in dieser Stresssituation ruhig und höflich bleiben. Ihr höchstprofessioneller Einsatz ist ein unschätzbarer Beitrag zur Sicherheit aller Bürger“, wertet Richter die Arbeit der Beamten. Polizeiarbeit wie diese sei als Dienst nach Vorschrift nicht zu leisten, sondern fordere Spezialwissen und intensivsten persönlichen Einsatz. Seine Anwesenheit unterstreiche die Wertschätzung der gesamten Polizei und sei gleichzeitig ein Ausdruck des Dankes.