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Ein Marshallplan für Griechenland muss her

(06.06.2011) "Ein zumutbares Ende für den finanziellen Schrecken"

Allen guten Absichten zum Trotz: Die Griechen können und werden ihre Schuldenlast nicht bewältigen können. Die zwei oft zu hörenden Lösungen können nicht greifen: Eine Laufzeitverlängerung der Staatsanleihen ist eben keine Lösung, weil sie schon jetzt auf astronomischem Niveau sind. Und "raus aus dem Euro" kann kein Europäer wollen: Die Gemeinschaft darf und kann niemanden alleine lassen. Das Verlassen der Eurozone schadet nicht nur Griechenland, sondern allen Euro-Staaten. Deswegen braucht es einen sauberen Schnitt nach bekanntem und bewährtem Muster: Die griechische Krise erfordert einen "Marshall-Plan", wie er damals Deutschland geholfen hat. Begleitet von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds muss für die nächsten zehn Jahre ein wirksames Programm aufgestellt werden. Denn die Schulden sind weder jetzt noch zukünftig bezahlbar, allein die Zinslast überfordert die griechische Wirtschaft und damit den ganzen Staat. Ein Finanzausgleich, wie ihn das deutsch föderale System kennt, ist in der Europäischen Union nicht zu leisten und käme einer Einladung zu weiteren Schulden gleich. Mit einem "Marshall-Plan" für Griechenland würde dem finanziellen Schrecken ein zumutbares Ende gesetzt. Einen Schrecken ohne Ende kann sich weder das hochverschuldete Land noch die europäische Staatengemeinschaft leisten. Zudem besteht dann berechtigte Hoffnung, dass dieses deutliche Signal positive Auswirkungen auf andere vom Finanzvirus befallene Länder hätte. Das ständige Vor-sich-Herschieben des immensen Schuldenberges hilft weder Griechenland noch Europa. Eines muss dabei klar sein: Hand in Hand mit einem solchen Plan muss die schonungslose Analyse nach den Ursachen verbunden sein. Der Verdacht ist nur allzu stark, dass die Griechen nicht allein an ihrer prekären Situation Schuld tragen.