Ihr CSU-Stimmkreis-Abgeordneter im Berchtesgadener Land und in Teilen des Landkreises Traunstein

Grüß Gott
PDF Drucken E-Mail

Bis zum Ausbau der A 8 vergeht noch ein Jahrzehnt

(25.10.2011) Einschätzung von Roland Richter  - Aktionsbündnis für Sofortmaßnahmen zum Lärmschutz

Im Mittelpunkt des Meinungsaustausches zu Fragen des Ausbaues der Bundesautobahn A 8 zwischen dem Landtagsabgeordneten Roland Richter sowie dem Vorstand des Aktionsbündnisses Högltunnel e.V. Anger standen vorrangig die Themen Lärm- und Immissionsschutz, die Zeitschiene für die Umsetzung des gesamten Ausbauvorhabens sowie insbesondere mögliche kurzfristige Verbesserungen beim Lärmschutz.
Dabei zeigte der heimische Wahlkreisabgeordnete viel Verständnis für die Anliegen der Angerer Bürger und des Aktionsbündnisses, betonte aber auch, dass der zu einem Vollausbau der Autobahn mit sechs Fahrstreifen und zwei Standstreifen stehe. Der nach wie vor geforderte Högltunnel ist dabei nach seiner Auffassung zwar sicher wünschenswert, aber nicht finanzierbar, so Roland Richter. Ähnlich sieht er auch die Situation für Einhausungen im Bereich von Anger und Aufham. Während eine solche für den Ortsteil Aufham wohl unbestritten ist, erscheint für den Landtagsabgeordneten eine lange Einhausung mit Tieferlegung im Ortsbereich von Anger auch finanziell nicht darstellbar. Er favorisiert die von der Autobahnverwaltung vorgeschlagene Tieferlegung (ohne Überdeckelung), die bei entsprechender Gestaltung den Erfordernissen des Lärmschutzes genügen müsse. Allerdings empfahl er auch, statt der üblichen Lärmberechnungen, die in Tallagen zu keinen wirklichkeitsnahen Ergebnissen führen, Lärmmessungen durchführen zu lassen, um insoweit über belastbare Daten zu verfügen und diese auch gegenüber der Autobahnverwaltung geltend zu machen. Als Zeitrahmen für den Beginn der Umsetzung des Autobahnausbaues sieht der heimische Abgeordnete in Anbetracht der geringen finanziellen Spielräume im Verkehrshaushalt des Bundes und einer Vielzahl weiterer Vorhaben, die als vordinglicher Bedarf im Bundesverkehrswegeplan festgeschrieben sind, eine Größenordnung von mindestens zehn Jahren, bis das Gesamtvorhaben von Rosenheim bis zur Landesgrenze umgesetzt ist. Unabhängig davon sollten allerdings, so Roland Richter, die einzelnen Planungsabschnitte zügig und zeitnah baureif festgestellt werden (Planfeststellungsverfahren), damit die Anliegergemeinden für Ihren Bereich insoweit Planungssicherheit erhalten.  
Auf Anregung von Klaus Linhuber wurden in Anbetracht des Zeitraumes von mindestens zehn Jahren bis zur Verwirklichung eines Autobahnausbaues aber auch Fragen einer kurzfristigen Verbesserung der bestehenden, unerträglichen Lärmbelästigung diskutiert.
Dabei zeigte sich der Abgeordnete aufgeschlossen für den Vorschlag von Thomas Grundner, im Zuge der derzeitigen Sanierungsmaßnahmen an den Brücken die Autobahn zeitnah mit einem Flüsterasphaltbelag zu versehen, zumal die jetzige Fahrbahndecke bereits verbraucht ist und dringend einer Erneuerung bedarf. Auch aus rein wirtschaftlicher Sicht wäre eine solche Sofortmaßnahme vertretbar, nachdem Flüsterasphalt nur über eine begrenzte Haltbarkeit von etwa zehn bis zwölf Jahren verfügt und davor sowieso nicht mit einer Fertigstellung des Autobahnausbaues zu rechnen sei. Für den zweiten Vorstand des Aktionsbündnisses, Christian Zartner, ist dabei besonders wichtig, dass die erst vor wenigen Jahren aufgebrachten grobporigen Mittelstreifen, die besonders lärmerzeugend sind, ganz schnell wieder entfernt werden. So sinnvoll solche Sicherheitsstreifen an den Rändern der Autobahn auch sein mögen, in der Fahrbahnmitte werden sie jedoch bei jedem Fahrbahnwechsel zwangsläufig überfahren und sind so, ohne größere Sicherheitsrelevanz, eine besonders schrille, weit hinaus hörbare Lärmquelle. Für Christina Koch vom Vorstand des Aktionsbündnisses ist die nach wie vor fehlende, durchgehende Geschwindigkeitsbegrenzung von der Grenze bis nach Rosenheim eine der Ursachen dafür, dass der Verkehr, gerade auf diesem Streckenabschnitt, immer wieder ins Stocken gerät. Hier würde eine Verstetigung des Verkehrsflusses durch eine gleichbleibende Geschwindigkeitsregelung, einhergehend mit einem weitgehenden Überholverbot für Lastkraftwagen, wesentlich dazu beitragen, dass Staus und ständig wechselnde Phasen von Beschleunigung und Bremsen (Stop-und-go-Verkehr) vermieden werden und sich so, neben spritsparenden Effekten, auch die Aufnahmekapazität der A 8 auch im Jetztzustand spürbar erhöhen würde. Roland Richter betonte, dass er sich diese Forderungen gerne zu eigen machen will, wobei auch er die Dringlichkeit von Sofortmaßnahmen betont. Hinsichtlich der Aufbringung von Flüsterasphalt und einer verbesserten Lösung für die Mittelstreifen sicherte er zu, zeitnah Kontakt mit der Autobahndirektion Südbayern aufzunehmen. Nicht so überzeugt ist er hingegen von einer durchgehenden Geschwindigkeitsbegrenzung, zumal bereits jetzt große Teile des Autobahnabschnittes, auch bedingt durch Baustellen, nur mit eingeschränkter Geschwindigkeit befahrbar sind. Unabhängig davon sieht er jedoch auch, nicht zuletzt durch eigene Erfahrung, die Notwendigkeit einer Verstetigung des Verkehrsflusses und wird diesen Punkt bei seinem nächsten Gespräch mit den für die Autobahn zuständigen Polizeidienststellen ansprechen. Besuch an der Autobahn v. l. Thomas Grundner, Klaus Linhuber, Christina Koch und Günter Wolf vom Vorstand des Aktionsbündnisses sowie der heimische Landtagsabgeordnete Roland Richter
Für das Aktionsbündnisses, so dessen Vorstand Günter Wolf abschließend, bleibt der Högltunnel, unabhängig von seiner Finanzierbarkeit, die für hiesige Region, und nicht nur für Anger, beste Variante für den Autobahnausbau. Sollte er infolge der leeren Staatskassen scheitern, dann kommen für das Aktionsbündnis nur lange Einhausungen mit Tieferlegung und Überdeckelung in den Ortsbereichen Anger und Aufham in Betracht. Denn nur so kann die Bevölkerung, kann der gesamte Talbereich für die nächsten Jahrzehnte wirksam vor   Lärm und Abgasen geschützt werden. Wenn für solche notwendigen Schutzmaßnahmen kein
Geld da ist, dann solle man lieber auf einen zeitnahen Ausbau verzichten, um nicht auf Generationen hinaus die falschen Akzente – Verkehrsverbesserungen ja, Bevölkerungsschutz nein - zu setzen. 
 

Pressemitteilung Aktionsbündnis